Sternbilder am Winterhimmel: Orientierung für Einsteiger
Im Winter ist der Himmel früh dunkel und oft besonders klar. Das ist eine gute Zeit, um die ersten Sternbilder kennenzulernen, denn du musst nicht bis spät in die Nacht aufbleiben. Schon am frühen Abend steht der Orion hoch am Himmel, und rund um ihn herum findest du viele helle Sterne, an denen du dich orientieren kannst.
Orion als Anker
Der Orion ist mit seinen drei Gürtelsternen leicht zu erkennen. Sie stehen in einer fast geraden Linie dicht beieinander. Über dem Gürtel leuchten zwei helle Sterne, links oben der rötliche Beteigeuze, unten rechts der bläuliche Rigel. Von ihm aus findest du weitere Sternbilder in der Nähe. Sieh dir zuerst nur den Orion an, bis du ihn ohne Hilfe jederzeit wiederfindest.
Weitere Sternbilder Schritt für Schritt
- Verlängere die Gürtellinie nach unten links zu einem sehr hellen Stern, dem Sirius im Sternbild Großer Hund. Er ist der hellste Stern am Nachthimmel.
- Verlängere die Gürtellinie nach oben rechts. Du triffst auf das Sternbild Stier mit dem orangeroten Aldebaran.
- Noch weiter rechts liegt der kleine Sternhaufen der Plejaden, der wie ein winziger Wagen aussieht.
- Die Zwillinge liegen oberhalb des Orion. Ihre hellsten Sterne heißen Kastor und Pollux.
Zusammen bilden Sirius, Prokyon, Pollux, Kapella, Aldebaran und Rigel das sogenannte Wintersechseck, das du an klaren Abenden gut erkennen kannst.
Gute Bedingungen
Suche einen Ort ohne starkes Streulicht, warte einige Minuten, bis sich deine Augen angepasst haben, und ziehe dich warm an. Ein Feldstecher zeigt dir im Orionnebel einen schwach leuchtenden Fleck unter dem Gürtel. Bei Vollmond sind viele schwache Sterne nicht zu sehen, günstiger sind Nächte um Neumond. Beobachte nicht durch ein Fenster, die Scheibe verzerrt das Bild.
Hilfe zum Ausdrucken
Eine Sternkarte oder Tafel zum Ausdrucken hilft beim Üben. Sie dient der Orientierung und Unterhaltung. Aussagen über Charakter oder Zukunft sind damit nicht verbunden. Lege die Tafel am besten in eine Klarsichthülle, damit sie Feuchtigkeit draußen übersteht, und beleuchte sie mit rotem Licht.
Typische Fehler
- Du suchst mit der Karte in der falschen Himmelsrichtung. Drehe die Karte, bis die Blickrichtung oben steht.
- Du gibst auf, weil nicht alle Linien sichtbar sind. Die Verbindungslinien sind nur gedacht, am Himmel gibt es sie nicht.
- Du bleibst zu kurz draußen. Die Augen brauchen Zeit, und ein Blick aufs Handy zerstört die Dunkelanpassung.
Kurz zusammengefasst
- Orion als Ausgangspunkt nutzen.
- Dunklen Ort suchen und Augen anpassen lassen.
- Von den Gürtelsternen zu Sirius und Aldebaran weitergehen.
- Karte nur zur Orientierung nutzen.
Wie du im Norden den Polarstern findest, steht im Ratgeber zum Nordhimmel. Und wenn du den Himmel eines besonderen Tages verschenken möchtest, hilft der Ratgeber zum Verschenken einer Sternkarte.
Ein Beobachtungsabend in vier Schritten
Zieh dich warm an, nimm eine heiße Tasse mit und gehe ins Freie, am besten gegen 20 Uhr. Suche zuerst den Orion im Süden. Danach folgst du der Gürtellinie zum Sirius und zum Aldebaran. Zum Schluss suchst du die Plejaden und die Zwillinge. Hake auf einer Liste ab, was du gefunden hast. Schon nach zwei bis drei Abenden kennst du die wichtigsten Sterne und erkennst sie wieder, auch wenn sie ein Stück weitergezogen sind.
Der Winterhimmel im Verlauf der Nacht
Die Sterne wandern wie die Sonne von Osten nach Westen. Der Orion geht im Dezember am frühen Abend im Osten auf und steht gegen Mitternacht im Süden. Wer früh am Morgen schaut, sieht ihn bereits im Westen untergehen. Mit etwas Übung kannst du anhand seiner Stellung die Uhrzeit grob schätzen.
Mit Kindern beobachten
Kinder lernen Sternbilder am leichtesten, wenn sie die Figuren selbst nachzeichnen. Gib ihnen eine Taschenlampe mit rotem Licht und ein Blatt, auf dem sie die hellsten Sterne verbinden. Erfinde zusammen eigene Namen, das macht die Suche zum Spiel.
Passend dazu
Zum Ausdrucken: die Tafel Winter, das Himmel Winter und das Himmel-Set. Mehr auf der Startseite.
Informationen und Unterhaltung, keine Astrologie oder Vorhersage.